Nachbericht – 3. Expertenforum zu Social Web
Am Dienstag, dem 20.10. 2009, fand zum 3. Mal in den Räumen der Globalpark AG das Expertenforum statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung referierte Frau Dr. Monika Taddicken von der Uni Hamburg aus Ihrem Forschungsbereich Web 2.0 zum Thema “Das Social Web aus der Sicht der User: Nutzung = Partizipation = Selbstoffenbarung ?”.
Um den Begriff Social Web ranken sich heute viele Begriffsdefinitionen und Interpretationen, die mit der Veröffentlichung von immer mehr Blogs, Wikis wie Wikipedia, Videoplattformen wie Youtube oder sozialen Plattformen wie Xing, Studi-VZ oder Facebook, immer umfassender und komplexer werden. Beispielsweise sprechen die einen in diesem Zusammenhang von Social Web, die anderen von Web 2.0.
Einige verstehen darunter die Gesamtheit verschiedenster webbasierter Anwendungen, die Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme bieten und somit den Nutzer zum Produzenten von Inhalten (Text, Bild, Ton) werden lassen. Andere wiederum sehen darin ein Instrument zum Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement. Welche Begriffsdefinition und Interpretation persönlich bevorzugt wird, ist letztlich wohl lediglich eine Frage der Perspektive.
Die Nutzung von Social Web Angeboten ist ebenso differenziert wie die Begriffsbestimmung. Einer Studie von Buseman und Gscheidle aus dem Jahr 2009 wird zum Beispiel Wikipedia von 65 % der Internetnutzer unter 14 Jahren genutzt, wohingegen Blogs lediglich von nur 8 % genutzt werden. Videoplattformen und freizeitorientierte, soziale Netzwerke weisen in den vergangenen drei Jahren einen eindeutigen positiven Trend auf. Die Nutzung stieg im Fall der Videoplattformen von 34 % auf 52 % und die der freizeitorientierten, sozialen Netzwerke von 15 % auf 34 %.
Die Nutzung ist jedoch nicht mit Partizipation gleichzusetzen, da in den letzen drei Jahren lediglich knapp zwei Drittel der befragten Internetnutzer wenig bzw. kein Interesse daran hatten, aktiv Beiträge zu verfassen und ins Internet zu stellen. Bei Wikipedia sind es gar nur 1 % der Befragten, die in diesem Jahr Inhalte eingestellt haben.
Bei sozialen Plattformen hingegen ist Offenbarung von privaten Informationen und persönlichen Erfahrungen Voraussetzung für Partizipation. Die Mehrheit der Nutzer veröffentlicht dort sogar private Daten wie Beziehungsstatus und politische Einstellung. Aktuelle Studien haben ergeben, dass generell der Grad der Selbstoffenbarung von dem Grad der Aktivität im Social Web, dem sozialen Kontext und der Sorge um Privatsphäre beeinflusst wird. Letztere wird vor allem durch immer häufiger auftretende Datenmissbrauchsfälle im Internet geschärft, so dass Datenschutz und Datensicherheit im Social Web auch in Zukunft sicherlich ein viel diskutiertes Thema bleiben werden.
Vortrag von Frau Dr. Taddicken:
Expertenforum-Vortrag (Taddicken)
Impressionen der Veranstaltung:
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