Nach einer Sommerpause startet das Expertenforum mit der 3. Veranstaltung!
Das nächste Expertenforum findet am 20. Oktober 2009 um 17:00 Uhr in den Räumen der Globalpark AGin Hürth statt.
Frau Dr. Monika Taddicken (Universität Hamburg) wird aus Ihrem Forschungsbereich Web 2.0 zum Thema “Das Social Web aus der Sicht der User: Nutzung = Partizipation = Selbstoffenbarung?” referieren. Sie sind herzlich eingeladen zum Austauschen und Kennenlernen – auch beim abschließenden Kölsch .
Globalpark University: Die erfolgreiche Reihe “Expertenforum” bietetGlobalpark/Unipark interessierten Kunden, eigenen Mitarbeitern und Experten aus Forschung und Wissenschaft ein Gesprächsforum. Im Rahmen dieser kostenfreien Reihe laden wir externe Dozenten aus Forschung und Wissenschaft zu uns ein, um in lockerer Atmosphäre über interessante Themen der Online-Forschung in Austausch zu treten und zu diskutieren.
Wenn Sie Interesse haben, registrieren Sie sich vorab über unser Anmeldeformular oder schreiben Sie eine Mail an schulung@globalpark.com.
Vortrag von Florian Keusch (M.A.), wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Wirtschaftsuniversität Wien, im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums der Globalpark AG
Herr Keusch reflektierte aktuelle Entwicklungen, stellte entscheidende Elemente des Fragebogendesigns vor und präsentierte einige Ergebnisse einer Studie zur Wirkung des Fragebogen-Layouts. Mehr…
Vortrag von Timo Lenzner vom Gesis Institut Mannheim anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Globalpark AG
Timo Lenzner geht in einer experimentellen Studie der Frage nach, welche Implikationen die Verständlichkeit von Texten für Web-Surveys haben. Gerade für das Medium Internet ist diese Frage von hoher Bedeutung: Nutzer im Internet sind allgemein weniger dazu bereit kognitive und motivationale Anstrengung aufzubringen, um sich mit der Vielfalt der Inhalte auseinander zu setzen. Diesem Phänomen kann Rechnung getragen werden, indem speziell bei Web-Surveys darauf geachtet wird, dass diese schnelle Antwortzeiten ermöglichen und für den Nutzer leicht verständlich sind. Die Verständlichkeit von Texten in Web-Surveys wird durch vielerlei Faktoren bestimmt. Unklare, vage Begrifflichkeiten beeinträchtigen die Verständlichkeit von Texten genauso wie eine komplexe Syntax der Sätze in Fragetexten oder Antwortoptionen.
Wie wirkt sich dies nun spezifisch auf die Bearbeitung von Web-Surveys aus? Im Rahmen des Unipark-Programms der Globalpark AG wurde von Herr Lenzner eine Studie durchgeführt, in der die Verständlichkeit von Fragetexten zwischen zwei Gruppen anhand mehrerer Textmerkmale variiert wurde. Diese zeigt folgende Effekte: Die Antwortzeiten gegenüber einer Gruppe mit gut verständlichen Texten steigen signifikant und die Abbruchquote nimmt bei schlechten Frageformulierungen zu. Darüber hinaus beeinflussen schlecht formulierte Fragen die Datenqualität der Befragungen negativ. Speziell das Satisficing kann bei Fragen geringer Verständlichkeit zunehmen. Darunter versteht man eine anstregungsvermeidende Strategie der Respondenten, bei der diese willkürlich antworten und nicht die am besten zutreffende Antwort wählen. Ein signifikanter Unterschied zeigt sich außerdem bei dem Phänomen der Aquieszenz. Hier neigen die Teilnehmenden unabhängig vom Inhalt dazu einer Frage zuzustimmen. Weiterhin werden bei schlecht verständlichen Fragen „mittlere Antworten“ einer Skala bevorzugt ausgewählt.
Die gefundenen Effekte konnte Lenzner in einer weiteren Studie belegen. Im Eye-Tracking Verfahren gewonnene Heatmaps zeigten deutlich eine längere Verweildauer der Respondenten bei den Frageinhalten zu ungunsten der angebotenen Antwortoptionen. Dies ist in sofern problematisch, da der Aufmerksamkeitsfokus weniger auf der Wahl einer validen Antwort liegt.
Timo Lenzner konnte mit diesem spannenden Beitrag eindrucksvoll zeigen, wie wichtig eine sorgfältige Formulierung von Web-Survey Fragen ist. Speziell im Hinblick auf kurze Aufmerksamkeitsspannen muss der Verständlichkeit der Inhalte, der Länge und des Typs der Web-Surveys und der allgemeinen kognitiven Belastung für den Teilnehmer bei der Beantwortung Rechnung getragen werden.
Autoren: Nico Burghardt, Sven Scherrer
Impressionen:
Vortrag von Christoph Irmer, ODC Services GmbH, anlässlich des 10 jährigen Jubiläums der Globalpark AG
Wie alle Panelanbieter kämpft ODC mit rückläufigen Teilnahmeraten und schneller steigenden Mortalitätsraten der Panelmitglieder. Als Gründe werden von Herrn Irmer in seinem Vortrag identifiziert:
- Panelistenrekrutierung ist deutlich schwieriger (u.a. sinkende Klickraten, Pop-Blocker, großer Wettbewerb)
- Marktforschung ist i.d.R. weniger ‚sexy‘ als versprochen (z.B. Umfragen sind in der Praxis selten spannend, (zu) viele Matrix-Fragen etc.)
- Zusammenarbeit von Panel-Anbietern und deren Kunden verläuft häufig nicht optimal (z.B. zu viele Screenouts, Quota-Fulls, falsche Versprechen, schlechte Qualität der Fragebogen)
Dieses führt schlussendlich zur Frustration der Panelisten und zu einer niedrigen Motivation, Studien zu beenden oder gar erst zu beginnen.
ODC wirkt mit dem sogenannten „ODC Panelist Motivation Score“ entgegen. Der Motivation Score unterteilt die Panelisten in drei Gruppen und berücksichtigt hierbei die Beendigungswahrscheinlichkeit der Umfragen: „Top“-Motivierte werden zu Studien eingeladen, die eine niedrige Beendigungsquote haben; „Mid“-Motivierte werden zu Umfragen mit mittlerer Beendigungwahrscheinlichkeit eingeladen und „Low“- Motivierte zu Studien mit sehr hoher Completion Rate.
Hierfür wird der von EFS Panel standardmäßig integrierte PCI-Index genutzt und bei der Stichprobenziehung zu den Studien berücksichtigt. ODC führt seine stabilen Rücklaufquoten u.a. auf den Einsatz des Motivation Score zurück.
Weiterhin entwickelt ODC derzeit in Zusammenarbeit mit Globalpark ein Konzept, um einen sogenannten Master-Screener zu nutzen. Hierbei werden die Screening-Fragen von verschiedenen Umfragen in einen Screener zusammengefasst und der Panelist wird automatisch in die geeignete Studie geleitet. Dadurch wird die Teilnahmewahrscheinlichkeit für den Panelisten deutlich erhöht und somit seine Motivation an weiteren Studien im Panel teilzunehmen.
Impressionen:
Das 2. Expertenforum im Rahmen der „Globalpark-University“ am 02.Juli 2009 befasste sich mit dem Thema „Online-Experimente“. Mit Herrn Dr. Reips (Social and Economic Psychology, University of Zurich) konnten wir einen Referenten gewinnen, dessen Impulsvortrag einen interessanten Überblick über Techniken, Methoden und Ergebnisse aus der Empirie der Online-Forschung vermittelte.
Zum 2. Mal lauschten ca. 40 Besucher – bestehend aus Globalpark-Mitarbeitern sowie interessierten Kunden und Wissenschaftlern – gespannt dem Vortrag „Investigating causal relationships with power: Online experiments”. Rege diskutierten und twitterten die Teilnehmer über die Ergebnisse und Impulse hieraus für Forschung und Praxis. Mehr…
Globalpark-University: Mit der neuen Reihe „Expertenforum“ bietet Globalpark interessierten Kunden und Uniparkern, eigenen Mitarbeitern und Experten aus Forschung und Wissenschaft ein Gesprächsforum zu aktuellen Themen der Online-Forschung Mehr…
Der Branchentreff der Online-Forscher wartete vom 6. – 8. April 2009 an der Universität Wien mit vielen Highlights auf, und die rund 400 Besucher konnten sich wie immer aktiv hieran beteiligen. Die Zukunft der politischen Wahlforschung, Soziale Netzwerke im Web 2.0, die Entwicklung des Mobilen Internets – das sind nur einige Themen, die bei der GOR 09 diskutiert wurden.
Zwei Podiumsdiskussionen griffen aktuelle Themenstellungen auf und ermöglichten eine inspirierende Auseinandersetzung: Das Thema “Future of Polling Research – is online an option?” wurde mit dem Wahlforschungsexperten Professor Jon A. Krosnick von der Stanford University, dem Landesgeschäftsführer der Grünen in Wien, Robert Korbei und dem Vorstand von YouGovPsychonomics, Holger Geißler behandelt.
Einer der führenden Trendforscher, Prof. Peter Wippermann lieferte die Impulse zur Diskussion “Consumer 2.0 – Does Market Research need an Update?”. Unter der Leitung des Linzer Professors Bernad Batinic diskutierten Louise Ainsworth von Nielsen Online und Andera Gadeib, Vorständin der Dialego AG mit Christina Giesen von Deutsche Post World Net.
Für die beiden Keynotes konnten auch in diesem Jahr renommierte Sprecher gewonnen werden: Prof. Jon Krosnick von der Stanford University (“Money für Surveys: What about Data-Quality?”) und Hans Georg Stolz, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. (ag.ma) (“From Clicks to Blogs – Trends in International Online Measurement”).
Der `Best Practice Award´ für das leistungsfähigste Projekt aus der betrieblichen Online-Marktforschung ging an den Spiegel Verlag gemeinsam mit YouGovPsychonomics, den `Poster Award´ gewann Andreas Sackl, der ein Projekt in Kooperation mit meinungsraum.at zur Usability von Flash-Skalen durchführte.
Ein Highlight der GOR war abermals die GOR-Party, die heuer von Globalpark gesponsert wurde. Die Partyfotos finden Sie auf flickr!
Die dreiteilige Vortragsreihe „Mobile: Data Collection and Business 1” mit abschließender Diskussion wurde moderiert von Emmanual Maxl.
Dr. Tanja Pferdekämper (Globalpark AG) hob in ihrem Beitrag neben der Ortsunabhängigkeit und Flexibilität mobiler Befragungen vor allem die hohe Antwortgeschwindigkeit der Teilnehmer als vorteilhaft hervor. Ergebnisse stehen über dieses Medium nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Die hohe Rücklaufquote interpretierte sie als Hinweis darauf, dass die Befragungsform sehr gut von den Teilnehmern angenommen werde.
Im Vergleich der Geräte, die beim mobilen Surfen benutzt werden, dominiert das iPhone von Apple derzeit deutlich vor Modellen von Nokia, Sony Ericsson und Samsung (Stand: Januar 2009; Quelle: AdMob Mobile Metrics Report).
Malte Friedrich-Freksa (YOC AG) ergänzte demographische Zahlen: Die typischen Teilnehmer an mobilen Befragungen sind demnach männlich, jung und überdurchschnittlich gebildet. Als Zielgruppen für mobile Befragungen sind in erster Linie sonst schwer erreichbare Gruppen interessant wie z.B. junge Menschen oder Manager. Friedrich-Freksa unterschied dabei zwischen zwei Einsatzmöglichkeiten: Auf mobilen Websites und innerhalb mobiler Panels. Durch die schnelle Folge der Teilnahme auf die Einladung beeinflusst der Zeitpunkt der Einladung den Ort der Teilnahme.
Besonders für kurze Fragebögen sind mobile Befragungen eine adäquate Alternative, wie Friedrich-Freksa unterstrich. Nachteilen wie technischen Barrieren und starkem Kostenbewusstsein stehen Vorteile wie Geschwindigkeit, Design, Motivation und Erreichbarkeit entgegen.
Prof. Michael Bosnjak (Freie Universität Bozen) untersuchte die verschiedenen Determinanten der Teilnehmerintention in Bezug auf mobile Befragungen. In den Ergebnissen kam zum Vorschein, dass man in eher wichtige und eher unwichtige Determinanten gruppieren kann. Zu den tendenziell Wichtigen zählt er „perceived enjoyment“. Wichtig, wenn auch in etwas geringerem Umfang, scheint auch „attitude towards participation“. Beide Determinanten werden wiederum durch die „self-congruity“ beeinflusst. Prof. Bosnjaks Untersuchungen zufolge zählen „data security trust“ und „low entry barriers“ offenbar zu den eher unwichtigen Determinanten – Eintrittsbarrieren und Sicherheitsbedenken spielen also bemerkenswerterweise keine so entscheidende Rolle bei der Teilnahme an mobilen Befragungen. Eine ähnlich geringe Bedeutung haben außerdem die Einflussgrößen “perceived costs” sowie “opinion of others”.