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Unipark Anwendertag 2009 – Vortrag von Katrin Auspurg

Experimente in der Umfrageforschung – Idee und Einsatzmöglichkeiten Faktorieller Surveys in Onlinebefragungen

Ein Erhebungsdesign das es in sich hat!

Am 04.12.2009 fand in Hürth wieder der Unipark Anwendertag statt. Dieser war wie immer äußerst spannend, mit vielen interessanten Vorträgen und Diskussionen. Einer der Vorträge wurde von Frau Katrin Auspurg (Universität Konstanz) zum Thema  Faktorielle Surveys gehalten.

Frau Auspurg startete Ihren Vortrag mit viel Elan und führte die Zuhörer sanft in das Thema Faktorielle Surveys ein, um auch die bis dato nicht Informierten  mit dem Thema in der Umfrageforschung vertraut zu machen.

Eine beliebte Forschungsfrage bei diesem Forschungsdesign ist die Frage nach der Einkommensgerechtigkeit und Frau Auspurg geht in ihrem Experiment der spannenden Frage nach, ob:

Ungleicher Lohn für gleiche Leistung eine ungerechte Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt darstellt?

Diese Fragestellung zu erheben erfordert ein intelligentes Fragendesign, um Survey Errors und vor allem Verzerrungen vorzubeugen, da anhand der gesellschaftlichen Norm des Diskriminierungsverbotes die gesellschaftlich korrekte Antwort Ja lauten muss. Darüber hinaus ist bei der direkten Abfrage der Erkenntnis-Mehrgewinn gering.

Frau Auspurg hat sch dieser spannenden Fragestellung mit dem Einsatz von Faktoriellen Surveys – auch bekannt unter Vignettenanalyse – genähert.

Diese Befragungsart zielt darauf ab, fiktive Szenarien von den Teilnehmern bewerten zu lassen und eine Annährung an die wahren Verhältnisse zu erreichen. In diesem konkreten Fall wurden den Respondenten verschiedene Szenarien vorgestellt, die jeweils im Hinblick auf Lohn(un)gerechtigkeit bewertet werden sollten.

Insgesamt mussten für dieses Projekt ca. 200 verschiedene Szenarien ausgearbeitet werden. Jeder Respondent erhielt 10 unterschiedliche Szenarien zur Bewertung. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen im Durchschnitt als gerecht empfunden wird, trotz gesellschaftlicher Norm des Diskriminierungsverbotes und darüber hinaus der Lohn von Männern eher als “ungerecht zu wenig” empfunden wird als der Lohn von Frauen. Besonders bemerkenswert ist, dass gerade Frauen so geantwortet haben.

Vorteile dieser Methode sind die gute und einfache Handhabung für die Befragten und die deutlich geringere Anfälligkeit für Verzerrungen und Survey Errors.

Dieses Erhebungsdesign gewinnt in der Markforschung, den Gesundheitswissenschaften und den Sozialwissenschaften immer mehr an Aufmerksamkeit und Anwendung. Vor allem bei online Befragungen lässt sie sich gut umsetzten. In EFS gibt es dafür kein Standardfeature, aber mit ein wenig „um-die-Ecke-Denken“ können auch mit EFS Vignettenanalysen problemlos umgesetzt werden.

Eine Hilfe hierfür ist auf jeden Fall der Einsatz der Random Select Funktion, des Zufallstriggers und des Projektdatenimports. Die Nutzung des Spracheneditors kann man sich in diesem Fall auch sehr gut vorstellen.

Nähere Infos hierzu geben unsere Globalpark EFS ExpertInnen und das Unipark-Team, aber natürlich kann der Erfahrungsaustausch auch gerne über unser Unipark-Forum stattfinden.

Mehr Informationen zum Anwendertag hier: http://www.uniparkblog.de/2009/12/


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